MSI 875P Neo Mainboard

Im Juli 2019 verabschiedete sich mein Heimserver. Er ließ sich anfangs noch zu einem Bios-Screen überreden, nach dem Abkühlen jedoch gab er kein Lebenszeichen mehr von sich.

Der erste Kandidat bei einem defekten PC: das Netzteil. Also habe ich ein neues Netzteil angeschlossen doch der PC blieb stumm.

Er war nun etwa 15 Jahre im Dauerbetrieb im Einsatz und Sie mögen sagen, weg damit, er hat sein Geld verdient.

Das Problem bei meiner Situation ist, dass der Eib-Treiber nicht mehr weiter entwickelt wird und nur noch unter Suse 10.1 läuft. Dieses jedoch läßt sich auf aktueller Hardware nicht mehr installieren, da es keine aktuellen Treiber dafür gibt. Außerdem sind die Update-Server längst außer Betrieb.

Bild der defekten KondensatorenAlso habe ich mir das Mainboard mal genauer angeschaut. Was geht normalerweise als erstes kaputt? Richtig: die Elkos. Und tatsächlich habe ich zwei unscheinbare kleine Elkos 1000 µF/10 V in der Nähe der Speicherriegel gefunden, die auffällig wurden. Man muss schon genau hinsehen, sonst bemerkt man es nicht. Der eine zeigte deutliche Zeichen von Venting, sein Sicherheitsventil war geborsten und bräunliche Reste zeugten von ausgetretenem Elektrolyt. Der andere hatte sich gehoben bis seine Kappe fast nicht mehr mit der Dichtung verbunden war.

Zufällig hatte ich genau von diesem Wert noch ein paar herum liegen und habe sie ausgetauscht.

Und siehe da: Piep, Piep, das Board meldete sich wieder und ist seitdem auch weiterhin im Einsatz!

Zwei Elkos im Wert von zusammen etwa 60 Cent (wenn sie die teueren aber hochwertigen Low-ESR-Kondensatoren nehmen) haben den PC vor dem Elektronik-Schrott gerettet.

Der geborstene (geventete) Kondensator zeigte übrigens keine Eigenschaften eines Kondensators mehr, der gehobene immerhin noch 600 µF bei einem ESR von 4.2 Ω, also auch keine besonders guten Werte.